Jugendsegeln IJsselmeer – Segeln, Spaß und Spannung

Wir, das sind Carla, Josie, Max, Faidon und Alex mit 14-17 Jahren und Sophie, die uns begleitet hat und Ulrich unser Jugendobmann und Hochsee-Segler.

Am Mittwoch-Nachmittag (03.06.2026) ging es auf’s Schiff, unsere Bavaria 37 Cruiser in der Marina von Makkum am Ijsselmeer.

Kojen beziehen, Rundgang und das Boot kennenlernen. Danach folgte die obligatorische Sicherheitseinweisung incl. Benutzungsanleitung für die Board-Toilette, die wir aber zum Glück nur selten benutzen mussten.

Donnerstag dann endlich raus aus dem Hafen!
Der Wind blies kräftig. Es waren 5 – 6 Bft angesagt, aber es gab nur Wellen von 0,8-1,5 m und abwechselnd Regen und Sonne bei 17-18 Grad. Also genau das richtige Segelwetter, auch wenn am Ende des langen Tages nicht bei allen der Magen noch einen festen Inhalt hatte.
Leider – und das war uns als Segeljugend ja bekannt – kann man gegen den Wind nicht segeln und auch hart am Wind ist letztlich recht langsam. Unser Ziel von Makkum aus nach Medemblick oder Den Oever zu kommen mussten wir am Ende aufgeben, weil unsere NAVIGA einige Überraschungen für uns vorbereitet hatte.
Wir hatten uns nach 6 h Kreuzen gegen den Wind bis auf 2 sm vor den Hafen Den Oever gearbeitet und wollten den Rest unter Motor fahren, als der dann nicht mehr anging.
Wir gingen in einen Beilieger und Ulrich unser Skipper und Jugendobmann analysierte und behob das Problem. Aber durch den Wind waren wir letztlich wieder 2 sm abgetrieben. 
Wir entschieden uns, auf einem schnellen Halbwind/Raumwindkurs nach Stavoren zu fahren und kamen dort nach 1,5h auch glücklich an. Im Hafen wollte unsere Naviga aber plötzlich nicht mehr „navigieren“. Wir hatten keinen Schub mehr und wurden nur vom Wind im Hafen angetrieben mit dessen Hilfe wir einen Anleger am Kran erreichten und dort festmachten. 

Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass wir im Hafenbecken oder kurz davor offenbar unsere Schiffsschraube verloren haben. Nicht nur wir, sondern auch die Techniker vom Boots-Service haben nicht schlecht gestaunt, als das Boot am Kran aus dem Wasser kam und die Schraube fehlte. Sie fragten uns, wie wir denn so in den Hafen gekommen wären? 
Wir hatten offenbar Glück, dass uns die Naviga bis hierhin treu begleitet hat, sonst hätten wir uns zunächst vor Anker legen und dann reinschleppen lassen müssen. Ankern blieb uns insofern erspart und so hatten wir einen guten uns sicheren Liegeplatz für die Nacht.

Am Freitag wurde die Naviga dann ja gegen 13:30 Uhr gekrant und die Techniker hatten auch gleich eine neue/gebrauchte Schraube mitgebracht, da Ulrich bereits vermutet hatte, dass die verloren gegangen war und sie daher gebeten hatte, nach Ersatz zu schauen. So mussten wir nicht lange warten und konnten direkt nach dem Kranen unsere Fahrt fortsetzen. Dieses Mal bei ca. 4 Bft und meißt sonnigem Wetter. Neues Ziel „Enkhuizen“.

Dort um 17:30 Uhr angekommen war Grillen angesagt. Im Stadthafen durften wir aber nicht grillen, also mit den ganzen Sachen in Tüten rüber zum Außenhafen. Da waren Grillplätze. Hier trafen wir dann auch noch andere Jugendliche aus dem KSC, die dort mit dem Schnuppertörn gelandet waren. Es wurde dann noch ein toller Abend und wir kamen recht spät ins Bett.

Für die nächsten beiden Tage war nochmal gemischtes Wetter mit 4-6 Bft angesagt, was aber so nicht eingetroffen ist. Am Samstag morgen waren es dann ca. 4 Bft und südlicher Wind, der uns in einem bequemen Vorwind- und Raumwindkurs direkt nach Den Oever trieb. Schmetterling segeln mit einer Yacht ist schon etwas feines und erfordert Geschick des Steuermanns. Wir haben einen Bullenstander fürs Großsegel gesetzt und damit waren wir vor überraschenden Böen sicher. 3h später waren wir in Den Oever an der Schleuse. Unsere erste Schleusen-Fahrt für diesen Törn. Die großen Schiffe erst einmal vorgelassen und dann wir hinterher und das Boot gut gesichert, damit es nicht vertreibt, wenn die „Dicken“ beim Rausfahren die Schraube drehen lassen. Alles perfekt geklappt und dann im Watten-Hafen von Den Oever angelegt.

Endlich Nordsee!
Wir also die Badesachen angezogen und raus an den Strand. So zumindest der Plan. Aber: wir hatten Ebbe und wir mussten durch das Watt laufen. Wir sahen am Ende aus, wie die Schweine nach dem Sulen im Schlamm. Aber es hat riesig Spaß gemacht und der Hafen hatte ja eine warme Dusche. Die haben wir auch dringend gebraucht.

Leider ist unsere Nachtfahrt, die wir für den Abend noch geplant hatten, ins Regenwasser gefallen. Es hatte sich wieder eine kalte Regenfront aufgebaut und wir waren nach dem Schlammbad im Watt gerade aufgewärmt. Also steht das Thema „Nachtfahrt“ noch für den nächsten Törn auf dem Programm.

Sonntag ging es dann zurück nach Makkum. Inzwischen hatte der Wind noch weiter gedreht, so dass wir jetzt ohne Probleme nach Makkum übersetzen konnten. Erst wieder durch die Schleuse zusammen mit den großen Holzbooten und dann mit 20-25 kn Wind von hinten direkt zurück in den Heimathafen.

Leider viel zu kurz. Wir hatten uns inzwischen an Wind, Wetter und unsere Naviga gewöhnt und keinem war mehr übel. Wir wären alle noch gerne ein paar Tage geblieben, aber leider gibt es ja da auch noch die Schule …

Also Seesäcke einpacken und zurück nach Hause. 
Montag war ein wenig anstrengend, aber es haben alle geschafft. Alle Wunden und blauen Flecken verheilen allmählich und wir sind bereit für den nächsten Törn.