Für einen nordrhein-westfälischen Segelverein ist es ganz normal, das niederländische Ijsselmeer als ein Heimatrevier zu betrachten. Scherzhaft wird der Teil der ehemaligen Zuiderzee auch als Badewanne von NRW bezeichnet. Wir wissen nicht, wieviele Seglerinnen und Segler hier ihre ersten Schritte genommen haben, die später zum weltweiten Fahrtensegeln führten. Ganz sicher sind wir uns aber, dass das Ijsselmeer ein spannendes und wunderbares Revier ist, in dem Segeln ein Vergnügen ist.

Das Ijsselmeer in seiner heutigen Form ist, wie viele der Wasserflächen in den Niederlanden, Folge der umfangreichen und über Jahrzehnte andauernden Planungen für den Küstenschutz, der weitreichende Arbeiten und Planungen im Wasserbau nach sich zog. Heute sehen wir vor allem den im Norden liegenden 1932 erstellten Abschlussdeich, der die Waddenzee von dem nun als Binnengewässer geltenden Ijsselmeer abtrennt. 1976 wurde der Houtribdijk errichtet, der den südlichen Teil, nun als Markermeer bezeichnet, abtrennt. Die beiden Binnenseen sind durch zwei Schleusen, in Lelystad (östlich) und Enkhuizen (westlich) verbunden. Das Markermeer sollte ursprünglich gepoldert werden und als Markerwaard mit Acker- und Bauland zum Siedlungsgebiet werden. Dieser Plan wurde 1991 auf unbestimmte Zeit verschoben.

Viele Städte mit einer ereignisreichen Geschichte liegen rund um Ijssel- und Markermeer. Die Sportboothäfen haben die ursprünglichen Fischerhäfen abgelöst und bieten zahlreiche Möglichkeiten, sich Land und Leuten in den Niederlanden anzunähern.

Unsere Clubyacht „NAVIGA“ ist zur Zeit in Makkum, dem nördlichsten Hafen des Ijsselmeers stationiert. Von hier sind es nur wenige Seemeilen zur Schleuse nach Kornwerderzand und damit zum Weg in die Waddenzee und zu den friesischen Inseln.